Dienstag, 16. März 2010

Samstag, 27. Februar 2010

Norwegen und der Wintersport- Olympische Spiele in Vancouver

Ein kleiner Einblick in meine tägliche Arbeit

Schon vor den Olympischen Spiele, wurde viel in der Öffentlichkeit über Vancouver gesprochen. Auch auf unserer Milchpackung lächelt mich täglich ein norwegischer Athlet an und erzählt mir sein Motto für Olympia und wie Milch am Besten schmeckt. Für Norwegen als Wintersportnation ist es selbstverständlich das Ereignis.
Die Atmosphäre war auch in Betania zu spühren, ich merkte aber schnell wer der Bobsport Experte war, wer Skispringen gut fand und wer beim Eiskunstlaufen eingeschlafen ist. Auf jedenfall läuft der Fernseher jeden Tag mit der Übertragung von Olympia.
Ich war mir sicher, dass eine Bewohnerin Eiskunstlaufen lieben wird. Ruhige Musik, graziöse Menschen und hübsche Kostüme anschauen, scheint geradezu wie gemacht für sie. Als ich den Fernseher anschaltete und ihr Paarlauf gezeigt habe, war sie hin und weg. Das lustige war, dass sich innerhalb von 10minuten fast alle Bewohnerinnen vor dem Fernseher angesammelt haben, Kollginnen noch dazu. Kein Mann hat sich dazu gesetzt. Ein Bewohner kam dann dazu und fragte etwas abfällig, wann dann endlich wieder Skispringen übertragen werde. Er wurde dann von einer Dame zu seiner Rechten deutlich gebeten ruhig zu sein. Es war eine lustige Situation und ich werde jetzt täglich gefragt, wann denn wieder „die hübschen Männer eislaufen?!“

Februar ist nun auch schon vorbei und die Hälfte meiner Zeit in Alta ist vergangen. Viel steht noch an, besonders der März wird sehr aufregend. Die Finnmarkslopet (das größte Hundeschlittenrennen Europas, und das Zweitgrößte der Welt) beginnt, ein Literaturfestival und immer mehr Sonne kündigen sich an. Mittlerweile haben wir Sonne/Licht von 07. 05 Uhr bis 16.23 Uhr. Es ging nach der Dunkelzeit gigantisch schnell und am 21.Mai werden wir dann mit Mitternachtssonne beglückt werden! Das Wetter hat sich nicht geändert, 6Monate Winter in Alta ist eine vollkommen richtige Aussage. Ich weiß nicht mehr wie Alta ohne Schnee aussah. Bei den täglichen -20°C ist auch erstmal kein Frühling in Sicht. Mitte März haben sich zwei Winterkreuzfahrtschiffe in Alta angemeldet mit jeweils bis zu 600 Touristen. Bernhard und ich haben an einem Guidekurs teilgenommen, damit wir dann guiden können. Es wird sicher lustig und eine kleine Einnahmequelle nebenbei ist auch praktisch. Ich bin gespannt wie es wird!
Ha det kjempe bra,
din Tina

Freitag, 12. Februar 2010

Sieben wichtige Tipps zum Autofahren im NORDnorwegischen Winter!

Es sind Tipps, die leicht vergessen werden, irgendwann Routine werden und hier zum Alltag gehören. Für Mitteleuropäer teilweise gewöhnungsbedürftig, sind es Erfahrungen die ich schon machen „durfte“.

*bei „normalen“ Temperaturen:
1. die Trinkflasche oder die Colaflasche nicht vergessen mit raus zu nehmen, sonst kann es platzen und bei dem „Autoauftauen“ bemerkt man erst die kleine Sauerei
2. NICHT wie in der guten Fahrschule gelernt „Gang raus, Handbremse an!“ sondern genau das umgekehrte: „Gang rein, Handbremse weg!“, so friert die Handbremse nicht ein. Übernacht kann das Wetter sehr umschwingen und sehr kalt werden
3. es kann verdammt, verdammt glatt sein um den Gefrierpunkt! Ohne Spikes am Reifen geht hier nichts! Am Besten Spikes und Vierradantrieb (nicht ohne Grund fahren viele hier dicke „Amischlitten“). „Wenigstens einmal im Winter im Graben liegen ist Durchschnitt“, wurde mir von einem Bekannten berichtet

*bei kalten Temperaturen (unter -20°C)
1. 30min bevor man fahren will, das Auto in die Steckdose stecken. Sie sind auf jedem Parkplatz auch vor dem Supermarkt und vor Häusern mehr oder weniger gut zu sehen. So wird der Motor vorgeheizt = Auto springt hoffentlich an
2. für kurze Pausen, wie vor dem Blumenladen, das Auto einfach an lassen, so friert der Motor nicht unerwartet ein. Geklaut wird nicht
3. Füße abtreten vorm Einsteigen nicht vergessen! … wenn Schnee ins Auto kommt und der übernacht gefriert, kann es sehr glatt werden. Nicht gerade Positiv zum Autofahren!
4. Je kälter es ist, desto besser kann gefahren werden! Selbst auf Eisflächen ist es bei unter -20°C nicht glatt, da das Eis dann geriffelt ist.

„Godt Tur!“ Gute Fahrt!

Montag, 25. Januar 2010

Trondenes Fort- erschreckend, erschütternd, widerlich


Die größte landgestützte Kanone der Welt: „Barbara“.
Das Trondenes Fort liegt in der Nähe von Harstad, 119 km nordwestlich von Narvik. In sehr guten Zustand kann dort die besagte Kanone besichtigt werden. Jedoch ist es nicht nur eine Führung durch das Geschütz, es ist vielmehr eine Vorführung der Technik. Nicht nur einmal, während unser Guide Hebel betätigte und an Stahlseilen zog, habe ich mich gefragt: „warum wird eine solche Kanone noch so gepflegt, dass sie jederzeit einsatzbereit ist?!“
„Auf der Befestigungsanlage Trondenes Fort steht in einer wunderschönen Küstenlandschaft die Adolfskanone. Das Kaliber des Kanonenrohrs beträgt 40.6cm, die Reichweite 56 km“, so beginnt die Informationsbroschüre zum Fort. Ich hatte ein Gefühl der Absurdität während der gesamten Führung. Eine riesen Kanone aus dem Zweiten Weltkrieg steht in einer bilderbuchartigen Natur. Es ist ein Mordinstrument, welches immernoch funktioniert.
Trondenes war Teil des Atlantikwalls, die Verteidigungslinie der deutschen Wehrmacht. 1934 hatte Krupp die „40.6cm Kanonen“ hergestellt, ein ursprünglicher Versuch der militärischen Großmacht einer Marine. Dieser Plan zerschlug, unter Anderem durch enorme Verluste der Marine beim Angriff auf Norwegen, und die Kanonen wurden sechs Jahre später (1940) als Artillerie an Land eingesetzt. Es wurden insgesamt acht „40.6cm Kanonen“ produziert, zwei wurden in der Nähe von Narvik erichtet. Strategisch aufgebaut, um die Hafenzufahrtswege nach Narvik zu sichern, wurden die Kanonen letzlich zu Probeschüssen und technischen Erprobungen eingesetzt- 1957 durch Norwegen das letzte Mal. Die großen Eisenerz Vorkommen in Narvik waren eine wichtige Ressource für die Waffenproduktion, da das deutsche Reich einen jährlichen Verbrauch von rund 11millionen Tonnen an Erz hatte.
Heutzutage gehört das Fort zu den nationalen Festungsanlagen in Norwegen, wird aber trotzdem als „friedlicher Platz“ in der Broschüre beschrieben. dies enthält auch mehr Ironie als alles Andere. Führungen werden von „Adolfkanonens Venner“ (Adolfkanonens Freunde) veranstaltet: ehemalige Soldaten, die freiwillig die Kanone instandhalten und restaurieren. Dabei scheint es mir als beigeistert sie die Kriegstechnik enorm und Sätze wie:„Schaut her, dass funktionierte so…“ und ein Hebel wurde betätigt- die Kanonenklappe sprang auf- waren allinklusiv.
Warum sie so instandgehalten wird, dass sie funktionstätig ist, bleibt die große Frage. 800 russische Kriegsgefangene, die die Kanone aufbauen mussten, starben dabei. Ihnen soll gedacht werden. Jemanden so gedenken, der gezwungen wurde die Waffe aufzubauen, die immernoch funktionsbereit gehalten wird, ist in sich unstimmig.
Wahrscheinlich bleibt es ein Machtwerk und „Spielzeug“ der militanten Rentner, die sich mit der Kriegstechnik des Zweiten Weltkrieges begeistern können. Ob sie einen Besuch wert ist, muss jeder selbst entscheiden, für mich war es erschütternd.